
September 2026
Sachsen-Anhalt hat sich offenbar entschieden, den Ast abzusägen, auf dem es sitzt – und nennt das dann politischen Aufbruch.
Wer eine rechtsextreme Partei starkmacht, sollte sich nicht wundern, wenn internationale Fachkräfte, Unternehmerinnen, Wissenschaftler und gut ausgebildete Zuwanderer irgendwann feststellen, dass es attraktivere Orte zum Leben und Arbeiten gibt. Menschen, die sich willkommen fühlen wollen, lassen sich schließlich nur begrenzt von Sonntagsreden über Fachkräftemangel beeindrucken.
Während andere Regionen um Talente werben, könnte Sachsen-Anhalt bald vor allem damit beschäftigt sein, die Folgen der eigenen Abschreckung zu verwalten: unbesetzte Stellen, Pflegenotstand, weniger Investitionen und eine Gesellschaft, die sich wundert, warum plötzlich genau die Menschen fehlen, die man gestern noch dringend gesucht hat.
Das eigentlich Bittere daran: Der Niedergang kommt nicht über Nacht und nicht als Naturkatastrophe. Er ist politisch gewählt – und damit auch politisch verantwortbar.
Ein Land, das Fachkräfte braucht, aber Ausgrenzung zum Standortsignal macht, betreibt Standortpolitik wie ein Wirt, der seine Gäste hinauskomplimentiert und sich anschließend über den leeren Gastraum beschwert.
Bleibt nur noch eins: Der oder die Letzte macht bitte das Licht aus.